Frauen wissen, was sie wollen – auch bei der Geldanlage.

Ticken Frauen bei der Geldanlage anders als Männer? Ja, durchaus, und das hat auch einen guten Grund. Natürlich lässt sich unterschiedliches Anlageverhalten zwischen Männern und Frauen nicht verallgemeinern, aber dennoch haben Frauen bei der Gelanlage andere Bedürfnisse als Männer.

Von der Gender Pay Gap zur Gender Pension Gap.

Immer noch verdienen Frauen im Schnitt weniger als Männer. Entsprechend niedriger fällt dann die Rente im Alter aus. Im Jahr 2015 verfügten Frauen lediglich über 53% des Alterseinkommens von Männern (Quelle: ASID-Studie Alterssicherung in Deutschland).

Hinzu kommt noch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. Sie leben im Durchschnitt 5 Jahre länger, brauchen also im Alter mehr Geld. Haben sie sich für Kinder entschieden, macht sich das auch im Ruhestand bemerkbar: Es besteht keine durchgängige Erwerbsbiografie, sondern Verdienstausfall während Erziehungszeiten, häufig Teilzeitbeschäftigung mit geringeren Einkünften und dadurch weniger Altersbezüge.

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Es lebe der kleine Unterschied.

Auch wenn Männer häufig ihre wirtschaftlichen Erfolge betonen, so gehen sie nicht besser mit Geld um als Frauen. Sie sind auch nicht besser informiert. Sie bringen allerdings häufig den Mut auf, höhere Risiken einzugehen.

Die unterschiedlichen Lebensphasen bei Frauen wie Berufstätigkeit, Elternzeit und Teilzeitarbeit erfordern flexible Geldanlagen. Daher sind Investmentfonds gerade für Frauen ideal. Mit einem Fondssparplan können sie z.B. monatlich einen Betrag einzahlen, die Zahlungen aufstocken oder reduzieren, Sondereinzahlungen leisten und jederzeit über ihr Geld verfügen. Laut dem Anlegerbarometer unseres Partners Union Investment zum ersten Quartal 2019 investieren jedoch nur 27% der Frauen in Fonds, gegenüber 38% der Männer. Da gibt es noch viel Luft nach oben.

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Interview: Frauen haben spezielle Erwartungen an eine Geldanlage.

Unter den 28 Finanzministern der EU gibt es nur 3 Frauen. Finanzen sind Männersache, möchte man meinen. Weit gefehlt! Denn wenn es um die privaten Finanzen geht, sind Frauen oftmals die besseren „Finanzminister“. Grund dafür sind einige Unterschiede bei der Auswahl der Geldanlage. Kerstin Braun berichtet im Interview mit sparda aktuell über ihre Erfahrungen.

sparda aktuell: Frau Braun, Sie sind schon seit 22 Jahren Kundenberaterin bei der Sparda-Bank. In all der Zeit – haben Sie da die Erfahrung gemacht, dass Frauen ihr Geld anders anlegen als Männer?

Kerstin Braun: Es ist in der Tat so, dass meine Kundinnen eine Geldanlage sehr differenziert betrachten. Häufig haben sie sich schon im Vorfeld informiert. Beim Gespräch stelle ich dann fest, dass die Kundinnen sich gerne individueller beraten lassen und auch gerne von meiner Erfahrung profitieren. Es findet ein tatsächlicher Austausch statt, sodass am Ende des Beratungsgesprächs eine Geldanlage steht, die den Bedürfnissen sehr genau entspricht. Da Frauen nicht so risikofreudig sind, legen sie in sicherheitsorientierte Investments an – oftmals auch in verschiedene Fonds, um das Risiko zu streuen.

sparda aktuell: Wie steht es mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit?

Kerstin Braun: Hier stelle ich eindeutig fest, dass meine Kundinnen viel gezielter nachfragen und hierauf sensibilisiert sind. Die Nachhaltigkeit der Geldanlage und ethische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Meine männlichen Kunden sind hierin keineswegs uninteressiert, aber viel ausschlaggebender ist für sie die mögliche höhere Rendite. Männer sind im Gesamtblick eindeutig risikofreudiger.

sparda aktuell: Nun wollen wir es wissen: Wer ist denn erfolgreicher?

Kerstin Braun: Na ja, das ist jetzt nicht so einfach. Es sind zwei ganz verschiedene Ansätze: Frauen legen meist auf längere Sicht an und sie sind besser informiert als Männer. Anlegerinnen beschäftigen sich umfassender mit den einzelnen Finanzprodukten, bevor sie sich für eine Geldanlage entscheiden. Sie legen mehr Wert darauf, dass sie das Finanzprodukt inhaltlich verstehen, und möchten auch über Risiken und Renditechancen wesentlich besser aufgeklärt sein. Sie gehen daher grundsätzlich gelassener mit bereits getätigten Investments um und schichten seltener um als Männer. Männer sind risikobereiter, bekommen auch mehr mit, wenn es um Trends geht oder um Kursschwankungen. Kurzfristig mögen daher die Herren mehr Rendite erreichen, aber langfristig gesehen sind die Frauen einen Tick erfolgreicher.

sparda aktuell: Vielen Dank, Frau Braun!

Kerstin Braun
Kundenberaterin im Kompetenzzentrum Geldanlage & Vorsorge

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